
🔍 KURZ NACHGEFRAGT – ZUCKER #3
Honig statt Zucker –
ist das wirklich gesünder?
„Ich nehme keinen Zucker. Ich süße mit Honig.“ Diesen Satz hört man ziemlich häufig. Und irgendwie klingt er auch logisch:
Haushaltszucker kommt aus der Tüte – Honig kommt aus der Natur.
Also muss Honig doch automatisch die gesündere Alternative sein. Oder?
🍯 Erst einmal: Auch Honig besteht größtenteils aus Zucker
So natürlich Honig auch ist: Sein süßer Geschmack kommt vor allem von Fruchtzucker (Fruktose) und Traubenzucker (Glukose).
Dazu enthält Honig Wasser und kleinere Mengen weiterer Bestandteile. Das bedeutet:
Unser Körper bekommt auch mit Honig Zucker. Der Unterschied besteht also nicht darin, dass Honig „kein Zucker“ wäre.
🌿 Aber Honig ist doch ein Naturprodukt?
Absolut. Und im Gegensatz zu normalem Haushaltszucker besteht Honig nicht ausschließlich aus Zucker. Er enthält beispielsweise auch geringe Mengen an Mineralstoffen, Enzymen und verschiedenen Pflanzenstoffen. Das macht Honig als Lebensmittel interessant. Es bedeutet aber nicht, dass wir davon beliebig viel essen sollten. Denn die Mengen dieser Begleitstoffe sind normalerweise so gering, dass man sehr viel Honig essen müsste, um darüber nennenswerte Mengen bestimmter Nährstoffe aufzunehmen. Und damit würde gleichzeitig die Zuckeraufnahme kräftig steigen.
🥄 Honig gegen Haushaltszucker
Ein weiterer interessanter Unterschied: Honig enthält Wasser und hat deshalb pro 100 Gramm normalerweise etwas weniger Kalorien als Haushaltszucker. Dafür wird Honig häufig großzügiger dosiert – schließlich wirkt ein großer Löffel Honig zunächst viel „gesünder“ als ein Löffel Zucker. Und genau hier kann aus einer vermeintlich besseren Alternative schnell einfach nur eine andere Form des Süßens werden.
🤔 Ist Honig nun gesünder?
Darauf würde ich nicht einfach mit Ja oder Nein antworten. Honig ist ein natürliches Lebensmittel und unterscheidet sich durchaus von raffiniertem Haushaltszucker. Aber wenn es darum geht, weniger Zucker zu essen, löst der Austausch von Zucker gegen große Mengen Honig das eigentliche Problem nicht. Das Entscheidende ist vielmehr: Wie häufig süßen wir – und wie viel davon verwenden wir?
🌿 MatsZino-Fazit
Honig darf Honig bleiben. 🍯Man muss ihn weder zum Gesundheitswunder erklären noch aus der Küche verbannen. Wer den Geschmack mag, kann ihn bewusst und sparsam verwenden.
Aber: Zucker durch Honig zu ersetzen bedeutet nicht, dass der Zucker plötzlich verschwunden ist. Vielleicht liegt die bessere Lösung deshalb gar nicht darin, immer nach einem anderen Süßungsmittel zu suchen. Sondern darin, unseren Geschmack langsam wieder daran zu gewöhnen, dass nicht alles ständig süß schmecken muss.
Und genau darum geht es bei MatsZino: Nicht verbieten. Nicht verteufeln. Verstehen – und dann bewusst entscheiden. 🌿
Kurz nachgefragt #3 ist eine Ergänzung unserer Themenwochen „Zucker(süßer)Junkie“.
MatsZino – Gesundheit. Bewusst. Leben.
